Die sogenannte Perfect Being Theology versteht sich als Teil der sogenannten analytischen Religionsphilosophie und legt also gemäß ihrem Selbstverständnis großen Wert auf argumentative Stringenz und begriffliche Klarheit. In der Tradition der klassischen philosophischen Theologie versucht sie zu einem inhaltlich bestimmten philosophischen Gotteskonzept zu gelangen, indem sie von der Grundbestimmung Gottes als des vollkommensten Wesens ausgeht. Diese Ausgangsbestimmung soll zusammen mit der Regel, die besagt, dass es besser sei, bestimmte Eigenschaften zu haben als nicht zu haben, zu einer inhaltlichen Bestimmung Gottes führen. Die besondere Attraktivität dieses im angelsächsischen Raum weit verbreiteten Ansatzes liegt darin, dass er beansprucht, ohne Rekurs auf Offenbarung und nur mit Hilfe von Apriori-Argumenten zu einem inhaltlich gefüllten Gotteskonzept zu gelangen. Zugleich beruft sich dieser Ansatz historisch auf traditionelle christliche Denker wie Anselm von Canterbury und René Descartes. Allerdings mehren sich in letzter Zeit auch innerhalb der analytischen Debatte kritische Stimmen, welche die implizit vorausgesetzten Zusatzannahmen thematisieren. Im Oberseminar sollen die Begründungsstrategien der Perfect Being Theology untersucht und die kritische Auseinandersetzung mit diesen vertieft werden.