Im Zuge des demographischen Wandelns rückt das sog. Dritte Lebensalter immer mehr in den Fokus der öffentlichen Diskurse. Auch im Kino florieren Filme mit Protagonist*innen in der Lebensphase nach dem Ende des Berufslebens. Diese bewegen sich in den vielfältigsten Genres und zwischen ihnen, von der burlesken »Seniorenkomödie« bis zum zur düsteren Tragödie. Gleich ob humorvoll oder tragisch formatiert - immer werden dabei existentielle Themen und Fragen aufgeworfen und narrativ verhandelt: Lebensbilanzierung, Sinnfragen, Bearbeitung lange schwelender Konflikte, Spannungen zwischen den Generationen u.v.a.. Oftmals wird diese Lebensphase aber auch inszeniert als eine Zeit erwachender Widerständigkeit gegen repressive Strukturen und gegen die Monotonie eines allzu gleichmäßig dahinfließenden Alltags, gegen ein bloßes geduldiges Warten auf den Tod. Immer wieder brechen alte Menschen aus ihnen zugewiesenen Rollen und Strukturen aus, machen sich auf eine neue, vielleicht die größte Reise Ihres Lebens oder entdecken wieder Liebe und Sexualität, oder bringen Spannung in ihr Leben, indem sie »ein Ding drehen«.
Das Seminar beteiligt sich am Symposium der „Internationalen Forschungsgruppe Film und Theologie“. Im Rahmen dieser Exkursion werden bedeutsame Facetten des Themenspektrums mit vollständigen Visionierungen oder in Ausschnitten vorgestellt, durch Filmeinführungen und Kleingruppen- und Plenumsdiskussionen zu erschlossen, flankiert von vertiefenden Vorträgen und einem Regisseurgespräch. Im Vordergrund werden Filme stehen, die gerade auch zu einer Auseinandersetzung aus religiös-spiritueller und philosophisch-theologischer Perspektive einladen: Filme wie »Umberto D« (Vittorio de Sica), »45 Years« (Andrew Haigh), »Liebe« / »Amour« (Michael Haneke) oder »Nomadland« (Chloé Zao).
Es entstehen Kosten für die Anfahrt (individuell geplant) und Tagungsteilnahme in Schwerte (Studierende: 110,50 €)
- Trainer/in: Viera Pirker