In diesem Seminar, das sich als Ergänzung und Weiterführung der religionsökologischen Vorlesung versteht, soll gezielt auf religiös begründete Ansätze eines neuen Naturverständnisses eingegangen werden. Während das neuzeitliche Denken die "entzauberte" Natur vor allem als "Umwelt" des Menschen deutete, müssen wir um einer humanen Zukunft wieder lernen, in der Natur ein Ganzes zu sehen, das einen Sinn und Wert in sich selber hat und in dem der Mensch sich nicht nur als Beherrscher einer technisch erst herzustellenden, sondern auch als Hüter und Bewahrer einer schon vorgegebenen natürlichen Ordnung begreifen lernen muss. Ein Schwerpunkt des Seminars wird auf der Diskussion um die Grenzen einer "humanegoistischen Anthropozentrik" liegen, aber auch bio-, physio- und kosmozentrische Ansätze, die die unvermeidbare "exzentrische" Sonderstellung des Menschen im Kosmos bestreiten, sollen einer Kritik unterzogen werden. Im Seminar soll weiterhin das Bewusstsein für die Pluralität der neuen religionsökologischen Betrachtungsweisen geschärft werden.