Durch die ökologische Krise wird die anthropozentrische Vorstellung, die Natur sei nur für den Menschen und seine Interessen vorhanden, radikal in Frage gestellt. Ein erheblicher Teil der geisteswissenschaftlichen Bemühungen zur Überwindung dieser Krise ist der Aufgabe gewidmet, die Beziehungen zwischen dem Menschen und seiner natürlichen Mitwelt sachangemessener zu erfassen und neu zu gestalten. Die Religionsökologie als neue Teildisziplin der Religionswissenschaft beschäftigt sich nicht nur aus einem rein historischen Interesse mit den traditionellen religiösen Vorstellungen von der Natur, sondern vermag darüber hinaus auch die Bedeutung dieser vormodernen Auffassungen für das heute so notwendige ökologische Weltbewahrungswissen aufzuzeigen. In der Vorlesung wird gezeigt, dass sich in allen Religionen religionsökologisches Gedankengut nachweisen lässt. Ein Schwerpunkt wird auf den Vordenkern eines liebesförmigen Verhältnisses des Menschen zur Natur liegen (Franz von Assisi, Albert Schweitzer u. a.).