Den roten Faden der Vorlesung bilden die allgemeinen Konzilien seit dem Mittelalter: Von der karolingischen Wiederentdeckung der Konzilien über die Gregorianische Reform, das monarchische Papsttum des Hochmittelalters reicht der Bogen, der auch über die Reformkonzilien des 15. Jahrhunderts (Konstanz, Basel [FerraraFlorenz]) und über das Konzil von Trient als Reaktion auf die Reformation bis hin zum Vaticanum I (1869/1870) und Vaticanum II. (1962-1965), führt. 49 Neben der im Titel angedeuteten historisch-ekklesiologischen Grundproblematik "Konzil und Papst", also der Spannung zwischen synodalen und monarchischen Formen der Kirchenleitung, wird dabei für das Mittelalter, die Reformationszeit und die Frühe Neuzeit auch die allgemeine Christentumsgeschichte in den Blick genommen, u. a. die Konfessionalisierung" als ein Gesamtprozess, in dem sich Verkirchlichung, Sozialdisziplinierung und frühmoderne Staatsbildung verbanden.