NOTIZ

‚Entweltlichung‘ oder ‚Verweltlichung‘? Nicht erst seit Benedikt XVI. ist die Verhältnisbestimmung von Kirche beziehungsweise Christentum und Gesellschaft in der Diskussion. Auch in früheren Zeiten mussten Christinnen und Christen darauf Antworten finden: Sollte das Christentum mit dem römischen Kaiser kooperieren? Warum sollten Mönche und Nonnen das Klosterleben der ‚Welt‘ vorziehen? Welche Probleme und Lösungsversuche ergaben sich bei der Reformation und im 20. Jahrhundert zum Themenkomplex ‚Welt und Kirche‘?

Bei der Beantwortung dieser Fragen verfolgt das Proseminar zwei Ziele: Erstens sollen die Teilnehmer_innen erste Einblicke in kirchengeschichtliche Prozesse und Epochen erhalten und lernen, sich mit strittigen Forschungsfragen auseinanderzusetzen. Die Frage nach ‚Welt und Kirche‘ wird dabei leitend sein.

Zweitens sollen die Teilnehmer_innen lernen, wie die Kirchengeschichte als theologische und historische Wissenschaftsdisziplin verortet werden kann. Dabei soll auch in die kirchengeschichtlichen Arbeitsmethoden eingeführt werden, die die Teilnehmer_innen zum Weiterstudium befähigen.

Exemplarisch kann auch ein Blick auf den Religionsunterricht geworfen und die Frage gestellt werden, wie sich mit historischen Beispielen von ‚Entweltlichung‘ und ‚Verweltlichung‘ an die Lebenswelt der Schüler_innen anknüpfen lässt.