Im Streit der Fakultäten stellt Kant den unvermeidlichen und unendlichen Streit der Philosophie mit der Theologie fest. Nach dem Erscheinen der Kritik der reinen Vernunft stellt sich für Kant die Frage: Was soll die Theologie als universitäre Disziplin? Kant diskutiert in seiner sogenannten Streitschrift verschiedene Formen von theologischem Streit um Religion und diskutiert, welche dieser Formen des Streites um Religion vom Standpunkt der Vernunft legitim, welche illegitim seien. Dabei erscheint die Universität als Teil eines möglichen Reformprozesses des Staates hin zum Ewigen Frieden: Macht und Herrschaftsausübung durch die Kontrolle der meisten Wissenschaften sind dazu notwendige und sinnvolle Instrumente.


Das Seminar wird zunächst Kants Argumentation nachvollziehen und anschließend die an Kants Streitschrift geübte Kritik durch beispielsweise Schelling, Butler und Derrida rekonstruieren: Diese zielt unter anderem auf das ungeklärte Verhältnis von Glauben und Vernunftreligion und die behauptete Neutralität und Apolitizität des philosophischen Diskurses im Streit mit der Theologie.
Anschließend soll der Streit der Fakultäten als Form der Institutionalisierung des Dissenses diskutiert werden.