Das Christentum erlebte in den ersten drei Jahrhunderten - nicht zuletzt aufgrund aktiver Mission - eine rasche Ausbreitung innerhalb des Imperium Romanum. Gleichzeitig prägte es, auch in Auseinandersetzung mit der antiken Gesellschaft und Kultur, eigene Strukturen aus, die - wie im Fall der christlichen Gemeinden und des kirchlichen Amtes - z. T. bis heute fortwirken, sowie spezifische Formen der Verkündigung, des gottesdienstlichen Lebens (mit den Schwerpunkten Taufe und Eucharistie) und der christlichen Diakonie. Die zunehmende Bedeutung der Christen innerhalb des Römischen Staates spiegelt sich in der kaiserlichen Gesetzgebung des 4. Jh.: Nach wiederholten Verfolgungen wird das Christentum unter Konstantin I. (306-337) begünstigt, unter Theodosius I. (379-395) zur Staatsreligion erhoben. Die philosophisch-theologische Reflexion der christlichen Lehre äußert sich in den ersten Jahrhunderten v. a. in apologetischer Literatur, die paganer Kritik entgegentritt. Die christologischen und trinitätstheologischen Auseinandersetzungen des 4. und 5. Jh. haben ihre Höhepunkte in den Konzilien von Nikaia (325), Konstantinopel (381), Ephesos (431) und Chalkedon (451). Vor allem in der grundlegenden christologischen Formel des Konzils von Nikaia zeigen sich Grenzen einer Inkulturation des Christentums in der Antike. Die Vorlesung vermittelt kirchen- und theologiegeschichtliche Grundlagenkenntnisse auf den genannten Feldern und führt in aktuelle Forschungsdiskussionen ein.