Das Seminar beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld von Katholizismus und Moderne, ausgehend von der Revolution von 1848/49, die einerseits mehr Freiheiten für die Kirche und gesellschaftliche Partizipationsmöglichkeiten für die Katholiken brachte; andererseits bei Papst Pius IX. das Revolutionstrauma von 1789 erneuerte und letztendlich die Kulturkämpfe mit den liberalen Nationalstaaten des 19. Jahrhunderts, das I. Vatikanum und die sog. Modernismuskrise zur Folge hatte. Die Auseinandersetzung mit Kommunismus und Nationalsozialismus im 20. Jahrhundert führte zur Umwandlung des kirchlichen Antiliberalismus in einen Antitotalitarismus und zur schließlichen Anerkennung der modernen Freiheitsrechte auf dem II. Vatikanum.