In diesem Jahr 2012 jährt sich zum 50. Mal der Beginn des II. Vatikanischen Konzils, das epochale Ereignis in der katholischen Kirche, durch das diese sich in ein konstruktives Verhältnis zur Moderne stellt.
Gleichzeitig sind die aktuellen Entwicklungen in der Kirche im deutschsprachigen Raum durch verschiedene Krisensymptome geprägt. Mitgliederrückgang, innerkirchliche Konflikte und Auseinandersetzungen, Bindungsverluste, Priestermangel oder die in fast allen deutschen Diözesen durchgeführten Strukturreformen in der Zusammenlegung von Pfarreien zu größeren Einheiten skizzieren wichtige Problemstellungen. Dies stellt Fragen danach, inwieweit das ekklesiologische Konzept des II. Vatikanum, die Kirche als „allumfassendes Sakrament
des Heiles“ zu beschreiben, Perspektiven für die Problemlagen bieten.

Im Seminar sollen die Gegenwartsdebatten innerhalb der katholischen Kirche aufgegriffen und die für das Kirchenverständnis wichtigen Konzilsdokumente, insbesondere Lumen Gentium und Gaudium et Spes auf ihre Orientierung gebende Bedeutung hin erschlossen
werden.