Was geschieht nach meinem Tod, was am "Ende der Welt"? Nicht nur in der Zeit der "Apokalyptik", also in den Jahrhunderten um Christi Geburt, wurden Menschen von diesen Fragen umgetrieben. Immer wieder flackerte im "christlichen Abendland" die Sehnsucht nach einem Ende der Welt auf, schossen Spekulationen über Himmel, Hölle und Fegefeuer ins Kraut. Auch in den letzten Jahrzehnten war ein nahes Weltende zentrales Thema in verschiedenen Ideologien, aber auch im Kino und bei diversen sogenannten Endzeit-Sekten.
Die Theologie hat seit Augustinus allzu konkrete Spekulationen immer wieder verweigert, aber gleichzeitig eine "Lehre von den letzten Dingen" entwickelt, die der Verwiesenheit des Menschen auf letzte Fragen Rechnung trägt. Diese verweisen über unsere irdische Existenz hinaus auf die Themen Herkunft und Zukunft, endgültige Gerechtigkeit, Theodizee, universale Versöhnung etc. Ausgehend von einer Gegenwartsdiagnose sollen in der Vorlesung nach und nach die archäologischen Schichten eschatologischer Reflexion abgetragen und die christliche Botschaft freigelegt werden.