Der im Jahre 1991 verstorbene Philosoph und Pädagoge 0.F.Bollnow hat zu seiner Zeit Schule gemacht und ein ausgesprochen umfangreiches Werk hinterlassen, dem freilich nach seinem Tode vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde. In jüngster Zeit aber wächst in verschiedenen Kontexten (Philosophie, Pädagogik, Ethik, Architektur) das Interesse an diesem Tübinger Denker, der sich auf keine Schulrichtung festlegen ließ und dessen Lebenswerk nichts von seiner Relevanz für heutige Diskussionslagen verloren hat. In einem wichtigen Beitrag zur religionswissenschaftlichen Methodendiskussion hat Bollnow die hermeneutisch- phänomenologische Betrachtungsweise gegen ihre empiriezentrierten Kritiker verteidigt. In diesem „spezialistisch" orientierten Seminar soll die Bedeutung des lebenshermeneutischen Ansatzes Bollnows für eine engagierte und interkulturelle Religionswissenschaft aufgezeigt werden.