Seitdem die Religion als kulturprägende Kraft im interkulturellen Kontext wieder an Bedeutung gewinnt,
scheinen auch die "alten" religionskritischen Einwände, die zumeist aus der Zeit der Aufklärung stammen,
wieder an öffentlichem Einfluss zu gewinnen. Diese gegenläufige Bewegung ist ein hochinteressantes
Phänomen, das bisher in der Religionswissenschaft nicht genügend Beachtung gefunden hat.
Im Zentrum der "neuen Atheismen" steht ohne Zweifel die Monotheismuskritik, aber viele Atheisten
lehnen auf der Grundlage eines verabsolutierten Naturalismus "die" Religion prinzipiell ab. Religion ist
für viele Vertreter des neuen Atheismus immer mit Gewalt verbunden und daher eine endgültig zu
überwindende Angelegenheit, die dem wissenschaftlichen und humanen Fortschritt im Wege steht.
In diesem Seminar wird nach der Herkunft und den spezifischen Voraussetzungen der "neuen Atheismen"
gefragt und eine Kritik der Religionskritik durchgespielt, die die Einseitigkeiten dieser weltanschaulichen
Option herausarbeitet.