Die Rekonstruktion von Geschichte, auch von Kirchengeschichte, baut auf Quellen auf, die von Menschen stammen. Die Kirchenhistorie stößt also nicht unmittelbar auf ein Wirken Gottes in der Geschichte, sondern auf die Geschichte der Christen: sie ist insofern die "Geschichte des geglaubten Gottes" (A. Holzem) ? mitunter freilich auch die Geschichte des vergessenen oder verratenen Gottes. Die "furchtbar-fruchtbare" Spannung von Glaube und Geschichte bringt die Kirchenhistorie in den theologischen Diskurs ein und versucht so, einer nüchternen christlichen Identitätsbildung zu dienen?
In diesem Sinn führt das Proseminar anhand ausgewählter Sachproblematiken ein in das wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Kirchengeschichte und soll die Studierenden dazu befähigen, dass sie sich im weiteren Studium wie in der späteren Praxis ein kirchenhistorisches Thema mit den entsprechenden Hilfsmitteln kritisch verantwortet erarbeiten können.

Einzelthemen werden sein:
die theologische Relevanz der Kirchenhistorie, ihre Fragestellungen (u. a. Theologie-, Sozial- und Mentalitätsgeschichte), Periodisierungsfragen, Quellenkritik, Hilfsmittel und Heuristik (Literatursuche).