Neue Medien haben in zunehmendem Maße Anteil an der Lebenswelt von
Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und spielen bei einer Vielzahl
von Aktivitäten in Beruf, Schule und Freizeit eine maßgebliche Rolle.
Seit den Forschungen des Medientheoretikers Marshall McLuhan hat sich
die Einsicht durchgesetzt, dass Medien nicht neutrale Träger eines
invarianten Inhalts darstellen, sondern dass die mediale Aufbereitung
sowohl die Inhalte als auch die Rezeptionsmuster der Adressaten berührt
und beeinflusst. Die theologische Auseinandersetzung mit elektronischen
Medien und insbesondere dem Internet befindet sich in einer frühen
Phase, in der die Suche nach einer Verhältnisbestimmung im Vordergrund
steht. Diskutiert werden Fragen nach der Religionsähnlichkeit von
Medien (Pirner), der Transformation religiöser Kultur durch mediale
Vorgänge (Gräb) oder die Funktion der Medien in der Verkündigung
(Aetatis Novae). Vermutet wird mitunter auch eine Rückkehr von Religion
mit Verweis auf mediale Großereignisse (Papstwahl, Weltjugendtag) oder
die Wiederbelebung gnostischer Entwürfe im Zuge von Cyberspace-Mythen,
die eine Unterscheidung zwischen leiblicher und virtueller Existenz
betonen. Diese und weitere Ansätze werden in dem Oberseminar diskutiert.

SAND ist ein interdisziplinäres Seminar: Es spannt den Bogen zwischen zwei Fakultäten auf, dem geisteswissenschaftlich/philosophisch dominierten Fachbereich der Theologie und dem naturwissenschaftlich/biologisch ausgerichteten Fachbereich Medizin.
In einer Mischung aus Präsenzveranstaltungen und Onlinephasen werden gemeinsam und mit Hilfe moderner Kommunikationswerkzeuge (moodle) Texte verfasst, diese diskutiert, korrigiert, geschliffen und poliert. Die Texte werden sich mit ganz bestimmten Ansichten des „nicht festgestellten Tieres“ und seiner Aktivitäten befassen, nämlich  
- der Selbstwahrnehmung der Seminarteilnehmer im Kontext ihres Faches
- der Analyse des Menschenbildes des eigenen und des fremden Faches
Jenseits der inhaltlichen Akkuratesse der entstehenden Texte wünscht sich SAND pointierte, glossistische, feuilletonistische, spitzfedrige, polemische, poetische - kurzum: publikable Texte zu den einzelnen Themen. Die entstehenden Texte sollen in Form eines „Readers“ online bzw. auf Papier publiziert werden.
Der Religionsunterricht ist darauf ausgerichtet, dass Schülerinnen und Schüler von dessen Inhalten, Zielen, Methoden und Medien profitieren.
Wie sieht ein entsprechender Unterricht aus? Gibt es einen Schlüssel
zum Lern- bzw. Lehrerfolg? Dieser - zugegeben - weitgespannten
Fragestellung soll mit kreativen Methoden und(neuen) Medien in dieser
Lehrveranstaltung nachgegangen werden.
RINOPAED ist ein übergreifender Kurs für Religionsunterricht von der 5 bis zur 12/13.