'Medizinethik in der Klinikseelsorge

Die Veränderungen des klinischen Alltags durch die ethischen Herausforderungen der modernen Medizin sind in der Medizin- und Bioethik und mittlerweile auch in der Pflegeethik aufgenommen worden. Eine professionalisierte Ethik in der Klinikseelsorge ist hingegen noch ein Desiderat. Dies ist umso prekärer, da gerade die KlinikseelsorgerInnen bei ethischen Konfliktfällen in der Klinik Ansprechpersonen für PatientInnen, Angehörige und Klinikpersonal sind. Zudem arbeiten sie immer häufiger in den klinischen Ethikkomitees mit, die seit einigen Jahren in vielen Krankenhäusern eingerichtet werden. Neben der seelsorgerlichen ist so auch insbesondere ihre ethische Kompetenz gefragt. Die Ausbildung von TheologInnen beinhaltet zwar den Bereich der Christlichen Ethik, umfasst aber nicht notwendig die Medizinethik. Im Rahmen des Zertifizierungskurses werden theologisch-ethische Fragestellungen mit Blick auf die medizinische Praxis vertieft. Der berufsbegleitende Zertifizierungskurs für Klinikseelsorger führt interdisziplinär in zentrale Fragestellungen und Praxisfelder der Medizinethik ein. Er vermittelt die wissenschaftlichen Grundlagen der Medizinethik und unterschiedliche Ansätze innerhalb der Medizinethik. Konflikte, die sich in der Praxis ergeben, sind Gegenstand der Diskussionen in den Blockseminaren. Die theologisch-ethische Perspektive erhält im Zertifizierungskurs einen besonderen Stellenwert. Der Zertifizierungskurs erfüllt die Anforderungen zur Zertifizierung als Ethikberater(in) im Gesundheitswesen (K1) nach dem Curriculum für Ethikberatung im Gesundheitswesen der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM).

Den Flyer finden Sie unter: https://www.uni-frankfurt.de/60149633/MEKS_Zertifizierung_2016_1_1.pdf