„Option für die Armen“, „Theologie als zweiter Schritt“, „Basisgemeinden“ und „ganzheitliche Befreiung“ oder „Inkulturation des Evangeliums“? Vor 40 Jahren wurde im Rahmen der gesamtlateinamerikanischen Bischofsversammlung in Medellín/Kolumbien (1968) erstmals in der kirchlich-theologischen Öffentlichkeit von der Theologie der Befreiung gesprochen. Ihre „Karriere“, ihre weiteren Entwicklungen und ihre Aktualität gilt es zu untersuchen – im Blick auf lateinamerikanisch-kontinentale und globale Herausforderungen des Kulturwandels und den Zuspruch und Anspruch der einen Botschaft.

Die diesjährige Gastprofessorin von „Theologie interkulturell“, Prof. Dr. Maria Ko Ha Fong, kommt aus China, dem riesigen so genannten „Reich der Mitte“. Dem Christentum und der katholischen Kirche begegnet die chinesische Regierung aus historischen Gründen mit Skepsis, dennoch steigt der Anteil der Christen in der Volksrepublik gegenwärtig v.a. aufgrund der Missionierung durch evangelikale Kirchen ständig an.
Daher beschäftigt sich die Vorlesungsreihe mit diesem spannenden und spannungsgeladenen Kontext „China“ und entwickelt vor diesem Hintergrund Ansätze zu einer christlichen Theologie und Kirche in chinesischer Perspektive.
Das Seminar legt seinen Schwerpunkt in der kontextuell-kulturell geprägten Lektüre der Bibel und zeigt auf, wie die Bibel im asiatischen Kontext verstanden und ausgelegt wird. Ebenfalls zeigt es auf, wie sich die „asiatische Lesart“ sowohl auf die Bibelpastoral vor Ort als auch im weltkirchlichen und interreligiösen und interkulturellen Zusammenhang auswirkt.